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Protestlieder, kritische Songs zur politischen Lage waren Ausdruck des Lebensgefühls sowohl 1848 als auch 1968. Natürlich hat 1848 noch niemand von Folkmusik gesprochen, trotzdem haben einige der überlieferten Lieder (wie z.B. das Bürgerlied, Trotz Alledem und die freie Republik) überlebt und werden immer noch, in ihrer ursprünglichen Form oder aktualisiert, auf die Bühne gebracht. Ihre Texte lassen die Geschichte wieder aufleben und erzählen von der damals noch sehr zarten Pflanze Demokratie, die beinahe vollständig wieder verdorrte.
1968 war Folk mit Künstlern wie Bob Dylan, Tom Waits oder Towns van Sandt von den Open Airs nicht mehr wegzudenken und passte zur studentischen Aufbruchstimmung der Flower-Power Generation. Die Songs entstanden nicht unbedingt immer in den Proberäumen oder Wohnzimmern der Interpreten, sondern genauso auf Demonstrationen oder Sit-in's, eben auf der Strasse. Wir wollen auf unserem Strassenfest Bands zu Gehör bringen, die Songs aus beiden 8ter Jahren mit einer Instrumentierung abseits vom gängigen Popeinerlei neu interpretieren.
68 war auch geprägt von einer ständig wachsenden Neugier auf das Andere' in der Musik, auf andere kulturelle Traditionen und ihre musikalischen Möglichkeiten. Es wurde über Stile und Genres hinweg gejammt und experimentiert, wie in der heutigen Weltmusikszene, die grade im Schmelztiegel Wien heute ganz besonders schöne Blüten treibt. Das lenkt den Blick auf diejenigen, für die jetzt der von Sehnsucht nach mehr Mit- und Selbstbestimmung, Demokratie und Gerechtigkeit geprägte Geist der Lieder von 1848 & 1968 sehr wichtig wäre.
Die "Anderen", denen leider oft eine latente Feindseligkeit entgegenschlägt, die meistens nur darin begründet liegt, dass uns ihre Kultur und ihre Lebensumstände "fremd" sind und wir diese nicht reflexiv, also aktiv kennenlernen wollen oder können (im eigentlichen Sinne ist es eher "der/die Andere in uns den/die wir nicht kennen lernen wollen" - hätte sich S. Freud auch damit auseinander gesetzt, dann hätte er mit Sicherheit dieses Buch mit genau diesem Titel geschrieben).
Deswegen ist es uns wichtig, auch das auf die Strasse zu bringen und gemeinsam ohne Eintritt locker zu feiern, auch im Rahmen des europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs.

Das Straßenfest ist eine Open Air Musikveranstaltung bei freiem Eintritt.
Die Veranstaltung läuft im Rahmen der Bezirks Fest Wochen Josefstadt unter dem Motto "8im8ten Denken" (Acht im Achten Denken).
Asmat Omari, syrischer Kurde, ist sowohl in der kurdischen als auch in der arabischen Musik zuhause. Seit 15 Jahren lebt und arbeitet er jetzt in Wien, und unter den Wiener Orientalen gibt es niemanden, der ihn nicht kennt. Ob solo oder mit Band, Asmat Omari ist bekannt für seine einzigartige Stimme und sein ebenso gefühlvolles wie virtuoses Spiel auf der Bouzouki.
Pan bringt um den Gitarristen und Sänger Andreas Neumeister ihre eigene Interpretation der Lieder des Vormärz und der Revolution von 1848/49. Andreas Neumeister spielte bei Ballycotton und Smoky Finish, ist heute bei den Gasslspielern und hat mit den Solitary Men seine eigene Songwriter- Rockband. Pan ist sein neuestes Projekt gemeinsam mit dem virtuosen portugiesischen Flötisten Pedro Duarte (ex ? Nim Sofyan).
Modernen Folk verwurzelt in den traditionellen Klängen Europas. Ob Irland, Spanien, Bulgarien oder Österreich - es gibt kaum eine Region, in die die fünf Hexen noch nicht ihre Nase gesteckt haben, wobei sie mit innovativen Arrangements und brillanten Gesangssätzen regionale Kostbarkeiten zu ihrem eigenen unverkennbaren Stil verschmolzen haben. Hinter der Leichtigkeit im Auftreten steckt ein profundes Wissen um traditionelle Stile, perfekte Beherrschung der Instrumente, eine gehörige Portion Kreativität und nicht zuletzt die reine Spielfreude. Was W.i.t.Ch. so besonders macht ist aber auch ihr einnehmender weiblicher Charme, Humor und die einzigartige Bühnenpräsenz von fünf imposanten Frauen, die einfach tolle Musik machen.
Als krönender Abschluss spielt "Please, Mrs. Henry" bekanntes und unbekanntes von Dylan, Waits, Towns van Zandt und anderen Koryphäen der 68ger Songwriter Szene. Bandleader Gernot Feldner ist selbst Songwriter und ist mit seiner Band Harlequin's Glance ein aufgehender Stern am österreichischen Songwriter Himmel. Der virtuose Akkordeonist Franz Haselsteiner, sonst u.a. unterwegs mit Steve Gander, ist in der Formation "Please, Mrs. Henry" in eher ungewöhnlichem Rahmen zu hören und liefert gemeinsam mit David Koller (perc) den Folk-Rock Sound. Ein ganz besonderes Zuckerl haben sie diesmal mit dem Gastmusiker Patrick McMullan zu bieten, der als einziger der beteiligten Musiker schon 1968 auf der Bühne stand, und zwar mit "Screaming Lord Sutch & The Savages" in London.